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Lost Places in Zeitz

Zusammen mit Beate Zaschke habe ich auf unserer ersten größeren gemeinsamen Tour im Februar 2019 Zeitz besucht. Für mich hatte dieser Besuch auch etwas sehr emotionales, da meine älteren Geschwister hier geboren sind und ein Teil meiner Verwandschaft hier lange gelebt hat. Da ich die Stadt aus meiner Kindheit und Jugend kannte, war ich ziemlich entsetzt darüber, wieviel leerstehende Gebäude es gab.
Wir haben vier Locations in Zeitz besucht:

Die Nicolaikirche, ein 1891 geweihter Backsteinbau bei dem es aufgrund des sandigen Untergrunds immer wieder statische Problemen gab. Schon seit Beginn der 1970er Jahre konnte die Kirche wegen Baufälligkeit nicht mehr genutzt werden.

Die Kinderwagenfabik ZEKIWA (Zeitzer Kinderwagenindustrie), die schon 1846 von Ernst Albrecht Naether gegründet wurde und zunächst unter E. A. Naether firmierte. Sie wurde 1946 enteignet und in VEB ZEKIWA umbenannt. Es wurden Kinder- und Puppenwagen für den gesamten Ostblock, aber auch für westdeutsche Unternehmen (z. B. Neckermann) hergestellt. Sie wurde zur größten Kinderwagenfabrik Europas. Mit bis zu 2200 Beschäftigten wurden jährlich 450.000 Kinderwagen und 160.000 Puppenwagen produziert. Nach der Wende wurde die Produktion zum größten Teil ins Ausland verlagert. Der Firmensitz befindet sich jetzt in Döschwitz.

Eine alte Schule, die schon in der Fernsehserie "Unsere Väter, unsere Mütter" zu sehen war. Hier diente sie als Kulisse für ein Sowjetisches Militärhospital. Es sind immer noch kyrillische Beschriftungen neben den Türen der Klassenzimmer zu sehen.

Die als "Villa Weltfrieden" bekannt gewordene Villa des Gründers der Kinderwagenfabrik. Im Rahmen der Enteignung musste er auch diese abgeben. In den Räumen der Villa entstand zu DDR-Zeiten ein Kulturhaus/Jugendclub. Wegen fehlender Unterhaltungsarbeiten ist das Gebäude sehr baufällig und wohl nicht mehr zu retten.



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